Rumänien Ride 2000 des Stamm 179
22.06.2000-04.07.2000
Stamm 179 Idar-Oberstein mit Gästen aus Simmern, Ranger‘s aus Bad Kreuznach, Wiesbaden, Pirmasens und Schwäbisch Hall. Wir fuhren mit 18 Leuten in 3 Kleinbussen.
Unsere 14-tägige Reise begann offiziell um 5:00 Uhr morgens, aber nach unserem ersten Unfall auf dem Parkplatz in Bad Kreuznach fuhren wir erst um ca. 6:00 Uhr los. Nach etwa einer halben Stunde Fahrt hielten wir an einem Rastplatz, weil wir die falschen Fahrzeugpapiere für den Anhänger mitgenommen hatten. Bis jetzt konnten wir uns nicht darauf einigen, wem wir das eineinhalb-stündige Warten zu verdanken haben... Nachdem die Fahrzeugpapiere gebracht wurden, konnten wir getrost weiterfahren - bis ca. 2 Stunden später ein Schaden an einem der Busse aufzuweisen war. Glücklicherweise befanden wir uns zu dem Zeitpunkt in Schwäbisch Hall, wo uns die Familie Striefler offenherzig Zuflucht gewährte. Vier Stunden später, die wir mit Essen, Trinken und Spielen verbracht hatten, konnten wir wieder aufbrechen. Wir erreichten ohne Zwischenfälle um 20:00 Uhr die Grenze zu Österreich und um 2:00 Uhr die ungarische Grenze. Etwas musste ja schiefgehen... Vom Pech verfolgt überfuhren alle drei Busse ungewollt eine rote Ampel, neben der traurigerweise ein paar Polizisten standen. Obwohl sie uns mit Strafen drohten („Großes internationales Problem!„), legte Gott seine schützenden Hände über uns, sodass wir um 8:00 Uhr die ungarisch-rumänische Grenze passieren konnten. Kurze Zeit später erreichten wir Lipova, wo wir in der Bäckerei/Näherei mit einem späten Frühstück begrüßt wurden. Danach erfolgte die Zuteilung in die Gastfamilien, bei denen es eine weitere große (!) Mahlzeit gab. Abends trafen wir uns mit der Rumänischen Jugendgruppe in der Gemeinde in Soimos. Dort genossen wir Rumänischen Lobpreis und erklärten die Royal Ranger Arbeit. Anschließend machten wir gemeinsam einen Spaziergang durch Lipova.

Am nächsten Tag besuchten wir das Altersheim in Lipova. Die dortigen Zustände waren mit denen in Deutschland verglichen sehr schlecht. Die Atmosphäre war anfangs deprimierend, aber sie freuten sich über unseren Besuch und als wir die Geschenkpakete verteilten wurde die Stimmung recht fröhlich. Nachmittags und abends spielten wir gegen die Rumänen Fußball. Es ging 8:1 für die Rumänen aus (fast Gleichstand).
Am Sonntag konnten wir am rumänischen Gottesdienst teilnehmen. Zwar war es sehr eng und heiß im Gemeindehaus, aber der Lobpreis war beeindruckend. Um 15:00 Uhr brachen wir nach Rosia Noua auf und kamen ca. 2 Stunden später ans Ziel. Dort bauten wir als Erstes unsere Zelte auf, danach aßen wir zu Abend. Danach wurde, wie an allen darauffolgenden Abenden, eine Andacht gehalten.
Morgens teilten wir uns in Teams auf, die für das Bauen von Spültisch, Feuertisch, Dreibein etc. zuständig waren. Als die Rumänen schließlich gegen 16:00 Uhr eintrafen, wurden zunächst ihre Zelte aufgebaut, danach wurden auch sie in verschiedene Teams aufgeteilt (die Refreshers, die Bären, die Flamingos, die Adler, die Happy Turtles, the SUN), die u.a. für das Fertigstellen der Projekte verantwortlich waren. Abends sagen wir mit den Rumänen am Feuer und sangen - teils auf Rumänisch, teils auf Deutsch- bis spät in die Nacht, was das Frühaufstehen am nächsten Tag natürlich beschwerte.
In den nächsten Tagen hieß es: morgens um 8:00 Uhr Frühstück, danach Appell und Andacht; 13:00 Uhr Mittagessen; 17:00 Uhr Snack; 19:00 Uhr Abendessen, danach Andacht und Gesang am Lagerfeuer.

Am Mittag, boten wir diverse Workshops an. Es konnten Schlüsselanhänger und Freundschaftsbändchen geflochten werden, „Stressbälle„ (Luftballons mit Sand gefüllt) und Namensschilder gemacht werden, man konnte diverse Knoten erlernen, Pfeil und Bogen schießen und Origami-Schachteln (japanische Faltkunst) falten. Es gab einiges
was wir zusammen tun konnten doch(mit Axt, Säge und Messer sind sie ja sozusagen aufgewachsen), aber wir konnten ihnen Materealien zur Verfügung stellen und hatten sehr viel Spaß zusammen.
Tags darauf brachen wir alle zu einer Wanderung in den umliegenden Bergen auf. Nachdem wir uns schön verlaufen hatten, kamen wir nur eine Stunde zu spät zum Mittagessen. Am Abend hielten wir außerhalb vom Campgelände eine Andacht und marschierten dann in Form von einem Fackelzug zum wohlgestalteten Ratslager-Feuer, wo wir sangen (bis spät in der Nacht) und heißen Früchte Tee tranken. Am Ratslagerfeuer nahmen 80Rumäniche Jugendliche teil.
Obwohl es am nächsten Tag regnete, veranstalteten wir ein Freiluftspiel. Wir nahmen ein Bibelvers und teilten es in viele kleine Abschnitte. Jeder Ranger bekam ein oder zwei Worte und versteckte sich damit irgendwo in der Nähe vom Camp-Gelände. Die rumänischen Jugendlichen hatten ca. eine Stunde Zeit, so viele Ranger wie möglich zu finden um den Vers herauszufinden. Nach dem Mittagessen wurde eine Olympiade für alle Teilnehmer veranstaltet. Jede der zu Beginn des Camps eingeteilten Gruppen bildeten ein Team. Es gab insgesamt vier Stationen: Weitwurf, Holzbalken hin und her tragen und zwei etwas kompliziertere Stationen. Bei der einen mussten zwei Teams jeweils eine Schlange bilden. Die Personen am Ende der beiden Schlangen steckten sich ein Dreieckstuch hinten in den Hosenbund und die am Kopf mussten das Tuch der gegnerischen Mannschaft erwischen. Bei der letzten Station mussten zwei Teams parallel zu einander einen Eimer mit Wasser auffüllen. Das Wasser musste anhand von einem Schwamm zu einem Stuhl transportiert werden, der über dem Eimer stand. Um den Schwamm auszuwringen musste man sich auf ihn drauf setzen, sodass das Wasser durch die siebähnlichen Löcher im Stuhl in den Eimer floss. Es ist weitaus einfacher das Spiel zu spielen, als es zu erklären.

Am letzten Tag wurde alles wieder zusammengepackt. Der Abschied von unseren neuen Freunden fiel uns sehr schwer. Sie fuhren in einem LKW zurück und wir brachen Richtung Sibiu auf. Endlich konnten wir auch mal zwei Tage „rangermäßiger„ genießen. Dort, wo wir gezeltet haben gab es weder Toiletten noch Duschen. Wir badeten im „erfrischenden„ Fluss und erfreuten uns an der schlichten Schönheit der Natur. Am nächsten morgen fuhren wir in Richtung Karpaten, und parkten unsere drei Busse an einem Ort namens Balea Cascada. Von dort aus wanderten wir (ständig bergauf) durch den Wald. Nach einer Pause an dem ersten Wasserfall, kletterten wir steil neben einem zweiten Wasserfall hoch und wurden mit kaltem Wasser aus einer Bergquelle belohnt. Vier Stunden später erreichten wir das Naturschutzgebiet Bilea Lac in einer Höhe von ca.2000 Metern, wo wir unser Sieg über die Bergen mit einem Schneeballschlacht feiern konnten und die weite Aussicht genießen konnten: Der 8-stündige Ausflug war meiner Meinung nach der Höhepunkt des Rumänien Rides.
Abends kamen wir erschöpft nach Cisnadie an, wo wir im Gemeindehaus übernachteten. Am nächsten Morgen besuchten wir den Gottesdienst in Sibiu, der eindrucksvoll war, besonders die Musik. Nachdem wir uns eine kurze Zeit mit den Mitgliedern der Gemeinde unterhalten konnten, fuhren wir - zur Freude aller unter 18 Jahren - in den McDonald’s. Dann hieß es zurück nach Lipova um noch eine Nacht in unseren Gastfamilien zu verbringen. Nach dem Mittagessen in der Bäckerei durften wir die Bäckerei, die Näherei und die Gärtnerei besichtigten. Danach kam der große Abschied. Die Heimfahrt verlief problemlos mit Abendessen in Pizza Hut in Ungarn. Zwar waren viele von uns enttäuscht, dass wir nicht zum Plattensee fahren konnten, aber wir waren alle froh heil zu Hause angekommen zu sein.
Das war meine erste Ride erfahrung und ich muß sagen „es war sehr sehr gut“.
Namiko Arnest RR179 Idar-Oberstein